Strategie

Deutsche Börse startet Cloud Exchange

DBCE (Bild: Zimory)
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Die Börse handelt nun nicht mehr nur mit Wertpapieren: Sie bietet jetzt mit DBCE („Deutsche Börse Cloud Exchange“) einen indirekten Vertriebsweg für Infrastruktur.

Die Deutsche Börse AG, die vor zwei Jahren das Berliner Start-up Zimory übernommen hatte, geht mit der Infrastruktur-Handelsplattform, die die Jungunternehmer schon Ende Mai gestartet hatten, an die Öffentlichkeit.

DBCE (Logo: Deutsche Börse)

Die IaaS-Börse funktioniert ähnlich wie eine Wertpapierbörse – die Marktpreise orientieren sich an Angebot und Nachfrage. Der Cloud-Marktplatz ermöglicht einen standardisierten Handel von Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Speicherkapazitäten. Als Vermittler zwischen Käufern und Verkäufern von IaaS-Ressourcen kontrolliert die Deutsche Börse Cloud Exchange als neutrale Instanz die Einhaltung von Standards und Qualität.

„Als Kunde kann man auf der DBCE-Plattform einfach und schnell Ressourcen kaufen und direkt virtuelle Server starten und managen. Gerade für Kunden, die schnell und flexibel Server nutzen wollen, um beispielsweise Berechnungen durchzuführen und dabei sicher bezüglich der Qualität und Performance sein wollen, bieten wir eine innovative Möglichkeit des Einkaufens“, sagt CTO Maximilian Ahrens.

Maximilan Ahrens (Bild: Deutsche Börse)
Maximilian Ahrens ist Cheftechniker der Infrastrukturbörse DBCE (Bild: Deutsche Börse).

Zimory-Vorstansvorsitzender Randolph Roth soll auch Chef der DBCE werden.

Um einen Produkt-Wildwuchs wie er im Cloud-Markt möglich ist, zu vermeiden, will Roth Vorgaben dafür machen, welche Produkte gehandelt werden und was die Voraussetzugen dafür sind. Diese sind den Vorschlägen der Eurocloud-Vereinigung (in Deutschland Teil des Internet-Branchenverbands eco) relativ ähnlich.

Verkäufer von Infrastrukturen sollen eine Provision an die Börse bezahlen, wenn etwas verkauft wird; Käufer zahlen nichts – im Grunde orientiert sich das Geschäftsmodell an dem von Preisvergleichsdiensten wie etwa dem von Strom- und Gaspreis-“Vergleicher“ Verivox.

Ähnliches bieten bereits kleine Rechenzentrumsbetreiber für Wiederverkäufer ihrer eigenen Infrastrukturen an. Dienste dieser Art, wie sie die Amazon Web Services, Google, IBM und Microsoft offerieren, sind nicht gar so wettbewerbsgetrieben wie die „Börsenplattform“ DBCE.

Ob der „Infrastruktur-Preisvergleichsdienst“ das Geschäft mit der Cloud genauso schwer machen wird wie die Kostenvergleichs-Services das Dealen mit Hardware-Produkten, wird sich noch zeigen müssen.

Manfred schreibt seit 30 Jahren über Computerthemen aus verschiedenen Blickwinkeln. Das wird aber nie langweilig, denn die Branche entwickelt sich so rasant, dass es immer etwas Neues zu lernen gibt.