SAP HANA mit dynamischen Tiering

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Das In-Memory-Computing von SAP HANA stellt neue Herausforderungen an Storage. Um die Daten korrekt nach Priorität zuzuordnen, ist dynamisches Tiering erforderlich.

SAP HANA hat sich schon in einer ganzen Reihe von Projekten bewährt. Das grundsätzliche Konzept von In-Memory-Computing bedeutet, Daten direkt im Hauptspeicher zu verarbeiten und auszuwerten. Das führt zu hoher Geschwindigkeit. Aber es stellt sich die Frage, was man danach mit den Daten macht und ob man sie länger aufbewahren will. Hier kommt Dynamisches Tiering ins Spiel.

Dynamisches Tiering, das in SAP HANA Support Package Stack SPS09 im Oktober 2014 eingeführt wurde, ermöglicht es, Daten als Tabellen im Kolonnenformat auf Disk zu speichern oder In-Memory zu behalten. Die so genannten „heißen“ Daten werden für In-Memory reserviert, die „warmen“ Daten kommen auf Disk, je nach Kosteneffizienz. Es würde einfach zu viel Geld kosten, alle Daten in-Memory vorzuhalten. Nicht alle Daten haben denselben Wert und an „warme“ Daten werden geringere Latenzanforderungen gestellt als an „heiße“ Daten. SAP sieht als „heiß“ Daten an, die für das tägliche Reporting benötigt werden und eine hohe Priorität genießen. Sonstige Daten, die die Anwendung benötigt, werden als „warm“ eingestuft. Am besten weiß die Anwendung selbst, welche Daten welcher Kategorie zugeordnet werden sollten. Björn Goerke, Executive Vice President and Corporate Officer, SAP Product & Innovation Technology bei SAP, betont: “Dynamisches Tiering eröffnet uns neue Möglichkeiten der Datenverarbeitung.”

Dynamisches Tiering für SAP HANA bietet bereits Backup für extended Tables. System Replikation für extended Tables ist in der nächsten Version geplant. Disaster Recovery über Storage Replikation soll unabhängig von den Patch-Zyklen hinzugefügt werden. HANA ohne Dynamisches Tiering bietet bereits Disaster Recovery über kontinuierliche Replikation. HANA mit Dynamischen Tiering erlaubt es darüber hinaus, eine spezifische Disaster Recovery Site mit Backup- und Restore-Möglichkeiten anzulegen.

Als großen Vorteil von Dynamischem Tiering sieht SAP an, dass der Administrator die gewohnten aus der Sybase-Tradition kommenden Befehle weiter nutzen kann. „Dynamisches Tiering ist eine logische Fortentwicklung der Sybase-Datenbank“, erklärt Courtney Claussen, Product Manager HANA bei SAP. „Es ist noch nicht wirklich dynamisch, aber wir arbeiten daran.“

Die extended Table ist ACID-compliant, nutzt also eines der ältesten Datenbank-Konzepte (Atomicity, Consistency, Isolation und Durability). Die HANA Calc Engine und das HANA SQL Engine sind für extended Tables optimiert. Für die Zukunft will SAP die extended Tables so fortentwickeln, dass eine rollenbasierte automatische Datenbewegung möglich ist, um das Altern der Daten zu berücksichtigen.

Dynamisches Tiering soll die Kosteneffizienz erhöhen, aber gleichzeitig den Zugriff laut vorgegebenen Service Level Agreements (SLAs) ermöglichen. Dynamisches Tiering kann sehr große Datenmengen bis hin zu Petabytes verarbeiten. Es handelt sich um eine native Big Data Anwendung, die einen Großteil der Unternehmensdaten verarbeitet ohne dass eine Anbindung zu Apache Hadoop erforderlich wäre. SAP verweist darauf, dass es zwar möglich ist, Hadoop einzubeziehen, dass dies aber zu höheren Kosten führt, weil ein zusätzliches System verwaltet werden muss. Zusätzliche Hardware ist für Dynamic Tiering nicht nötig, aber SAP rät dazu, den Storage Server auf einer separaten Box zu installieren.