Sommerschlussverkauf: Deutsche vergleichen erst Preise im Internet

Retail

Umfrage ergibt: Was früher der heilige Gral der Retail-Massenverkäufe war, muss sich jetzt an Online-Händlern messen. Der SSV-Rabatt alleine reicht nicht als Kaufsignal.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Sparwelt GmbH ergab, dass zwar 81 Prozent der Deutschen lieber im Shop einkaufen als im Netz, aber mehr als die Hälfte (62 Prozent) inzwischen vorher im Netz nach Preisen sucht.

(Bild: Sparwelt.de)
Fast ein Drittel der Käufer vergleicht keine Preise, doch die Mehrzahl prüft inzwischen, was wirklich günstiger ist (Bild: Sparwelt.de).

Die Cross-Channel-Befragung zeigt: Jeder zweite Deutsche (50 Prozent) plant, im Sommerschlussverkauf (SSV) einzukaufen oder kann sich dies zumindest vorstellen. Das Marktforschungsinstitut Forsa hat dazu im Auftrag vom 25. bis 26. Juni 2015 998 Deutsche ab 14 Jahren befragt.

Gleichzeitig bestätigt die Aktion Vorurteile: „Frauen kaufen häufiger Kleidung (90 Prozent) und vor allem Schuhe (70 Prozent) als Männer. Männer kaufen zwar ebenfalls am liebsten Kleidung (80 Prozent% und Schuhe (51 Prozent), greifen aber häufiger als Frauen bei Sportartikeln und -textilien (43 Prozent) sowie Elektronikgeräten (23 Prozent) und Werkzeug bzw. Baumaterialien (21 Prozent) zu“, heißt es in der Studie.

Vor allem die Männer vergleichen Preis von SSV-Aktionen im Vorfeld: Ohne Preisüberprüfung im Netz greifen mehr Frauen zu (41 Prozent), bei Männern sind es nur 21 Prozent.

Pauschalrabatte wie zu früheren SSV-Zeiten ohne Web sind verpönt: „Die beworbenen SSV-Rabatte á la ’70 Prozent auf alle Sommerhosen für jeden’ sind zu pauschal und zudem überall zu finden. Erfolgreicher werden SSV-Abverkaufskampagnen, wenn sie preislich aus der Masse herausstechen und sich gezielt mit personalisierten redaktionellen Kaufempfehlungen an Bestands- aber auch Neukunden wenden“, sagt Daniel Engelbarts, Geschäftsführer der Sparwelt GmbH. Man müsse Werbekampagneen und für Aktionen integriert über allen relevanten Kanäle – also via TV, online und über Apps – ausspielen und sie dabei so gestalten, dass die Angebote sowohl im stationären Geschäft als auch im Onlineshop des Händlers wahrgenommen werden können.“

Onlinehändler gleich aus welchem Fachbereich, so die Sparwelt GmbH, fahren besser mit gut geplanten medienübergreifenden Aktionen.

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