95 Prozent der Onlinehändler waren vom Poststreik betroffen

Strategie
Paket von Amazon (Bild: Amazon Marketplace)

Nach vier Wochen Poststreik zeigt sich, dass der Großteil der deutschen Webshops massiv durch die Arbeitsniederlegungen betroffen war.

95 Prozent der vom deutschen Händlerbund befragten E-Commerce-Betreiber geben an, vom Poststreik betroffen zu sein, meldet die Interessenvertretung in einem Hinweisblatt. 75 Prozent klagen über Umsatzeinbußen. Und nur 40 Prozent verlassen sich weiter ausschließlich auf die Deutsche Post – mehr als die Hälfte hatte während der Streiks andere Versanddienste beauftragt. So gesehen hat der Streik zumindest bei Logistikunternehmen wie Hermes, Fed-ex, UPS und Co für Aufschwung gesorgt.

Haendlerbund-Beschwerden (Bild: Händlerbund)
Der Großteil des Handels leidet unter verschieden starken Beschwerden der Kunden zum Poststreik (Bild: Händlerbund).

Die von Post/DHL in diesem Zeitraum nur sporadisch ausgelieferten Pakete sorgten für Beschwerden der Kunden – allerdings nicht bei der Post., sondern beim Händler: 92 Prozent der befragten Händler gaben an, Beschwerden durch den Poststreik erhalten zu haben.

35 Prozent davon nennen „einige“ Beschwerden, 27 Prozent „viele“ und 19 Prozent „sehr viele“. Der Onlinehandelsverband kommentiert: „Damit ist der Poststreik auch auf dieser Ebene ein großes Ärgernis für die Händler.

Während des Streiks nannten Trusted Shops und bevh noch nicht ganz so krasse Zahlen, aber das Ergebnis der Befragung zum Ende des Streiks zeigt, dass 64 Prozent der Händler inzwischen keinerlei Verständnis mehr aufbringen.

Noch ein anderer Spieler sah sich bemüßigt, den Poststreik zumindest für Eigenwerbung zu nutzen: Fax.de wies darauf hin, dass man sich nicht auf die Briefzustellung verlassen muss und es ein noch rechtssichereres und trotzdem fast so schnelles Versandmittel gibt wie E-Mails: Das Fax. Das aber überträgt nur Briefe, keine Pakete.

Immerhin: Dem „Beamen“ wie in Raumschiff Enterprise ist die Wissenschaft schon näher gekommen: Auf der Messe der Computergrafik-Industrievereinigung Siggraph im August zeigt die Firma Picochip schon eine Art übertragbare Holographie mit haptischem Feedback; Durch starke und schnelle Laser kann in der Luft Plasma entstehen – die „Materie“, die durch die Daten-„wiederherstellung“ erzeugt wird, kann zwar noch lange nicht transferiert werden (derzeit kann das System nur daumennagelgroße 3D-Grafiken als Plasma in der Luft erzeugen), aber in 100 Jahren ist möglicherweise keine Post mehr nötig.

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