Outsourcing in Europa auf Rekordkurs

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Der Umfang der Outsourcing Verträge in Europa ist zwar gegenüber dem Vorjahr um zwölf Prozent zurückgegangen, dennoch handelt es sich um das zweitbeste Quartalsergebnis aller Zeiten.

Auf den ersten Blick sieht es mit der Entwicklung des Outsourcings in Europa nicht gut aus. Das Vergleichsquartal des Vorjahres, gegenüber dem der aktuelle Wert um zwölf Prozent gesunken ist, war allerdings ein Ausreißer nach oben vor allem wegen eines Riesenvertrages zwischen Siemens und Atos. Aktuell handelt es sich um das zweitbeste Outsourcing-Ergebnis, das jemals im TPI EMEA Index der Information Services Group für ein drittes Quartal verzeichnet wurde.

Der 3Q12 EMEA TPI Index, der kommerzielle Outsourcing-Verträge mit einem jährlichen Vertragswert (Annual Contract Value; ACV) von mindestens 4 Millionen Euro erfasst, ermittelte für EMEA im dritten Quartal einen ACV von zwei Milliarden Euro. Dies repräsentiert einen Anstieg um 14 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal 2012.

Das solide ACV-Ergebnis dieses Quartals in EMEA ist hauptsächlich auf den höheren Wert der Verträge zurückzuführen, was dem internationalen Trend im Outsourcing-Markt entspricht. Die Hälfte der in diesem Vierteljahr vertraglich vereinbarten Mega-Relations, also Outsourcing-Verträge, die einen ACV von mindestens 80 Millionen Euro repräsentieren, wurde in EMEA abgeschlossen.

“Für das dritte Quartal sind für gewöhnlich die geringsten Outsourcing-Aktivitäten zu verzeichnen. Vor diesem Hintergrund ist das aktuelle Ergebnis für den europäischen Markt besonders beeindruckend”, erklärt Bernd Schäfer, Partner & Managing Director ISG DACH. “Aufgrund der anhaltend unsicheren Wirtschaftslage sind Vertragsabschlüsse in dieser Region nach wie vor schwer zu erreichen. Dennoch wird jetzt, zum Ende des Jahres hin, ein wieder verstärktes Interesse an Outsourcing erkennbar.”

Innerhalb von EMEA markierte der solide ACV von einer Milliarde Euro in Deutschland zwar einen Anstieg seines Volumens um 70 Prozent in der Quartalsfolge. Im Jahresvergleich der ersten drei Quartale repräsentiert das Ergebnis für 2012 jedoch einen Rückgang um 38 Prozent gegenüber 2011. Hier wirkt sich noch immer der außerordentliche Umfang des Atos-Siemens-Mega-Vertrags aus, der im dritten Quartal des vergangenen Jahres abgeschlossen wurde.

Nach Branchen betrachtet weist für das aktuelle Jahr bis jetzt der Finanzdienstleistungssektor mit einem ACV von fast zwei Milliarden Euro das größte Volumen an Outsourcing-Verträgen auf. Dieses Ergebnis entspricht einem Zuwachs um nahezu 60 Prozent verglichen mit den ersten drei Quartalen 2011. Im Fertigungssektor dagegen sank der ACV mit Abschluss des dritten Quartals um fast 50 Prozent, lag damit letztlich aber nur knapp unter seinem Fünf-Jahres-Durchschnitt. Der Energiesektor erlebte ein solides drittes Quartal und der ACV stieg damit im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um annähernd 30 Prozent.

In Bezug auf die operativen Funktionen verzeichnete das IT-Outsourcing (ITO) eines seiner stärksten Quartale mit 1,4 Milliarden Euro ACV. In diesem Zeitraum wurden 40 Prozent mehr Verträge abgeschlossen als im vorhergehenden Quartal. Im Bereich des Business Process Outsourcing (BPO) verlief das Jahr mit 24 Verträgen mit insgesamt 600 Millionen Euro ACV gleichbleibend stark. Dies entspricht einem Zuwachs um fast 50 Prozent im Jahresvergleich, bzw. einem Rückgang um 15 Prozent in der Quartalsfolge.

“Der Start in die zweite Jahreshälfte ist für die Outsourcing-Branche mit der willkommenen stärkeren Dynamik in diesem Quartal durchaus vielversprechend”, so Schäfer. “Derzeit stehen einige größere Verträge kurz vor der Unterzeichnung; für das vierte Quartal 2012 ist daher zu erwarten, dass der aktuelle Durchschnittswert von Verträgen seinen Aufwärtstrend beibehalten wird.”